Im Juli haben wir eine historische Entscheidung getroffen: Der Neubau der Uniklinika in Großhadern, Würzburg und Augsburg wurde auf den Weg gebracht. Mit einem Gesamtvolumen von rund 9 Milliarden Euro handelt es sich um das größte Uniklinika-Bauprogramm in der Geschichte des Freistaats. In Würzburg werden dabei erstmals auch KRITIS-Maßnahmen berücksichtigt. Der Spatenstich ist für den 11. Dezember 2026 geplant.
Modernisierung der bayerischen Museumslandschaft
Mit der Museumsoffensive und der Neugründung der „Bayerischen Staatsmuseen" gehen wir einen zukunftsweisenden Weg: Aus 18 Einzelmuseen entstehen 10 moderne Verbünde – für mehr Agilität, größere Besucherbegeisterung und höhere Wirtschaftlichkeit. Die Reform tritt zum 1. Januar 2029 in Kraft. Kulturelle Highlights wie der Münchner Opernball – erstmals am 15. Mai 2027 – unterstreichen unser gemeinsames Bekenntnis zu Bayerns einzigartiger kultureller Strahlkraft.
Verantwortung bei Provenienzforschung und Restitution
Wir übernehmen historische Verantwortung: Eine Unabhängige Kommission, unterstützt durch ein wissenschaftliches Zentrum für Provenienzforschung und Restitutionsfragen NS-Raubgut, arbeitet auf Basis eines neuen Bewertungsrahmens. Bereits durchgeführte Restitutionen – etwa die Picasso-Bronzebüste „Fernande/Beatrice" – setzen bundesweit Maßstäbe und zeigen, dass Bayern seinen moralischen Verpflichtungen gerecht wird.
Modernste Gesetze für Denkmalschutz und Archive
Mit dem neuen Denkmalschutzgesetz und dem neuen Archivgesetz, die zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten sind, haben wir zwei wichtige Reformen umgesetzt. Beide Novellen stehen für Entbürokratisierung, Anwenderfreundlichkeit und die Modernisierung des Freistaats.
BayHIG wird noch moderner
Deutschlands modernstes Hochschulrecht erhält ein weiteres Update: anwenderfreundlicherer IP-Transfer, ein sanktionsbewährtes Hochschulordnungsrecht und deutliche Entbürokratisierung. Die Kabinettsbehandlung ist jetzt für den 6. Oktober 2026 vorgesehen.
KI Gigafactory in Schweinfurt
Bayern bewirbt sich als Konsortialpartner für eine AI Gigafactory in Schweinfurt. Mit einem sofort umsetzbaren Standort, einem hervorragenden KI-Ökosystem und enormer Erfahrung im Supercomputing am LRZ haben wir starke Argumente auf unserer Seite. Bewerbungsschluss bei der EU ist der 12. November 2026 – ich drücke fest die Daumen.
Dritte Exzellenzuniversität für Bayern
Am 2. Oktober 2026 fällt die Entscheidung über fünf neue Exzellenzuniversitäten. Die JMU Würzburg hat dabei gute Chancen – ein Selbstläufer ist es jedoch nicht. Die Bewertung der Verbundanträge wird der entscheidende Knackpunkt sein. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.
Agrarzentrum Weihenstephan
Mit Prof. Dr. Barbara Sturm ist die Leitung des Agrarentrums gefunden. Der nächste Schritt ist die Erörterung des Errichtungsgesetzes in der Strukturkommission am 13. Oktober 2026 – ein weiterer Meilenstein für den Wissenschaftsstandort Bayern.
Neue Technologietransferzentren
Bayern errichtet neue Technologietransferzentren an bayerischen Hochschulen – von Coburg über Erding und Hallstadt bis nach Weilheim. Von acht Bewerbungen sollen vier Standorte den Zuschlag erhalten. Damit stärken wir den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft nachhaltig.
Magnetfusions-Hub und Quantencomputing
Bayern profitiert erstmals von HTA-D-Bundesförderung: Der Magnetfusions-Hub wird am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching angesiedelt, ein weiterer Standort entsteht in Gundremmingen. Beim Quantum Computing Competition könnten bis zu drei bayerische Anträge erfolgreich sein – mit je mindestens 100 Millionen Euro Bundesförderung pro Antrag. Das wäre ein enormer Schub für den Technologiestandort Bayern.
Restrukturierung der Uniklinika
Drei von sechs bayerischen Uniklinika schreiben rote Zahlen – das ist eine ernste Situation, die wir nicht schönreden wollen. Mehr Kooperation, strafferes Management und der Abbau von Personalüberkapazitäten sind notwendige Schritte. Die laufende Evaluierung der Hochschulmedizin Bayern durch den Wissenschaftsrat wird weitere Impulse geben. Positiv zu vermerken ist der Start der Bavarian Health Cloud sowie die gesicherte Anschubfinanzierung für die F1 Franconia Medicine Alliance.
Internationale Studierende: Chancen und Herausforderungen
Im Wintersemester 2025/26 waren rund 401.000 Studierende an bayerischen Hochschulen eingeschrieben, darunter knapp 89.000 internationale Studierende. Diese Internationalität ist eine Stärke unserer Hochschulen. Angesichts unterschiedlicher Leistungsniveaus und forschungssicherheitspolitischer Aspekte werden wir künftig jedoch eine stärkere Steuerung einführen – sowohl finanziell als auch mit Blick auf die Sicherheit unserer Forschung.
Mein Fazit: Gestalten statt verwalten
Die Fülle der Themen, die wir im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst in diesem Jahr bewegen, zeigt eines ganz deutlich: Bayern gestaltet seine Zukunft aktiv – und das mit Ehrgeiz, Weitblick und Verantwortungsbewusstsein.
Ob Rekordinvestitionen in unsere Hochschulen, der historische Spatenstich für drei neue Uniklinika, die mutige Modernisierung unserer Museumslandschaft oder der Aufbruch in die Welt der Künstlichen Intelligenz und des Quantencomputings – wir stehen nicht still. Wir stellen die Weichen für eine Region und ein Land, das auch in den kommenden Jahrzehnten zu den führenden Wissenschafts- und Kulturstandorten in Europa zählen wird.