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Aktivrente weiterdenken und Fachkräftepotenziale nutzen

Plenarrede für eine gerechtere und umfassendere Ausgestaltung der Aktivrente

22.05.2026 | Frank Stöckert - Büro Andreas Schalk | München

In der Debatte im Bayerischen Landtag vom 21. Mai 2026 habe ich mich für eine gerechtere und umfassendere Ausgestaltung der sogenannten Aktivrente eingesetzt. Für mich ist klar: Wir müssen erfahrene Fachkräfte länger im Berufsleben halten – freiwillig und mit attraktiven Anreizen.

In meiner Rede habe ich daran erinnert, dass die Besteuerung von Renten im Jahr 2005 grundlegend reformiert wurde. Damals waren die heutigen Herausforderungen durch den Fachkräftemangel noch nicht absehbar. Heute stehen wir jedoch vor der Situation, dass in den kommenden Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Deshalb brauchen wir neue Wege, um Menschen, die weiterarbeiten möchten, auch dazu zu ermutigen.

Dabei gilt für mich ein klarer Grundsatz: Wer nicht mehr arbeiten kann oder möchte, soll seinen Ruhestand selbstverständlich genießen dürfen. Wer sich aber fit fühlt und weiterhin beruflich aktiv sein möchte, dem sollten wir dies erleichtern.

Die bestehende Aktivrente ist dafür ein wichtiger Schritt. Sie ermöglicht es Ruheständlerinnen und Ruheständlern, bis zu 2.000 Euro steuerfrei hinzuzuverdienen. Dadurch wird berufliches Engagement im Ruhestand attraktiver, gleichzeitig profitieren Wirtschaft und Sozialkassen weiterhin von der Erfahrung und den Beiträgen dieser Menschen.

Allerdings halte ich es für falsch, dass wichtige Berufsgruppen bislang von dieser Regelung ausgeschlossen sind. Selbstständige, Freiberufler, Beamte sowie Land- und Forstwirte können bisher nicht von den Vorteilen profitieren. Gerade diese Menschen sind es aber häufig gewohnt, Verantwortung zu übernehmen und über viele Jahre hinweg mit großem Einsatz zu arbeiten.

Wenn wir den Fachkräftemangel ernsthaft bekämpfen wollen, dürfen wir diese Berufsgruppen nicht außen vor lassen. Erfahrene Hausärzte, Unternehmer oder Angehörige freier Berufe leisten auch im höheren Alter einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft.

Deshalb habe ich mich gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen dafür ausgesprochen, die Aktivrente auf diese Berufsgruppen auszuweiten. Für mich ist das eine Frage der Fairness und Gleichberechtigung.

Außerdem dürfen wir jetzt keine Zeit verlieren. Die demografische Entwicklung macht schnelles Handeln notwendig. Wer einmal mehrere Jahre aus dem Berufsleben ausgeschieden ist, kehrt oft nicht mehr zurück. Deshalb müssen wir jetzt die richtigen Anreize setzen, damit Menschen freiwillig länger im Arbeitsleben bleiben können.

Ich bin überzeugt: Die Aktivrente ist ein richtiger und wichtiger Schritt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und gleichzeitig die Erfahrung älterer Generationen stärker wertzuschätzen.