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Steuerschätzung Mai 2026: Was bedeutet das für Bayern?

19.05.2026 | Frank Stöckert - Büro Andreas Schalk | München

Der Arbeitskreis „Steuerschätzungen" hat Anfang Mai 2026 seine aktuellen Prognosen für die Steuereinnahmen der Jahre 2026 bis 2030 vorgelegt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Bundesweit fehlen gegenüber der Oktober-Schätzung allein im Jahr 2026 rund 17,8 Mrd. € – davon entfallen 9,9 Mrd. € auf den Bund, 3,0 Mrd. € auf die Länder und 4,3 Mrd. € auf die Gemeinden. Auch in den Folgejahren werden ähnlich hohe Mindereinnahmen erwartet. Über diese Ergebnisse hat Staatsminister Albert Füracker, MdL, den Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags offiziell unterrichtet.

 

Ein wesentlicher Grund für die Abwärtskorrektur ist der Iran-Krieg, der im Frühjahr 2026 die Konjunkturerwartungen spürbar gedämpft hat. Die Bundesregierung rechnet für 2026 nur noch mit einem realen Wirtschaftswachstum von 0,5 % – deutlich weniger als noch im Herbst angenommen.

Für Bayern hält sich der Schaden vorerst in Grenzen: Die Steuereinnahmen liegen 2026 mit rund 60,3 Mrd. € nur knapp unter dem geplanten Soll. Auch für 2027 sind die Abweichungen mit rund 62,4 Mrd. € (−0,1 Mrd. € gegenüber dem Soll) überschaubar – allerdings gibt es keinerlei Spielraum für zusätzliche Ausgaben. Für 2028 ist ein leichter Anstieg auf rund 64,1 Mrd. € zu erwarten.

Risiken bleiben dennoch erheblich: Eine Ausweitung des Nahostkonflikts, eine mögliche Blockade der Straße von Hormus sowie ein neuerlicher Zollstreit mit den USA könnten die Lage deutlich verschärfen. Hinzu kommen geplante Steuerreformen, die die Einnahmen ab 2027 weiter belasten dürften.